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bAV: Warum die Direktversicherung hoch im Kurs steht

Innerhalb der HDI-Direktversicherungen ist nun Förder-Hopping zwischen Entgeltumwandlung und bAV-Riester in einem Vertrag ohne Tarifwechsel möglich, sagt Fabian von Löbbecke.

Das Geschäft mit der betrieblichen Altersversorgung (bAV) boomt. Laut der Studie „Betriebliche Altersversorgung 2019″ entfallen 30,8 Prozent des aktuellen Geschäftsumsatzes auf die bAV, gaben die befragten freien Vermittler an (2018: 27,4 Prozent). Die Studie stammt von der der BBG Betriebsberatungs GmbH in Zusammenarbeit mit der IVV Institut für Versicherungsvertrieb Beratungsgesellschaft mbH. 384 Makler und Mehrfachagenten haben sich daran beteiligt.

In fünf Jahren erwarten sie eine leichte Steigerung auf 32 Prozent. Im Vorjahr war die Erwartung nur eine leichte Steigerung auf 27,9 Prozent (procontra berichtete). Insgesamt ist die bAV derzeit der größte Umsatzbringer, gefolgt von den Geschäftsfeldern Privatvorsorge/Biometrie (21,4 Prozent), private Schaden- und Unfallversicherung (16,1 Prozent) sowie gewerbliche Schaden- und Unfallversicherung (13,5 Prozent).

Immer mehr Makler setzen auf Betriebsrente

Die vermittelte Gesamt-Beitragssumme pro Vermittlerbetrieb im bAV-Geschäft betrug 2018 laut Studie im Schnitt 1,6 Millionen Euro (2017: 1,42 Millionen Euro). Für 2019 werden im Schnitt sogar 1,97 Millionen Euro Beitragssumme erwartet. Knapp 45 Prozent der Befragten bleiben jedoch im Schnitt unter 500.000 Euro Beitragssumme in der bAV, während 15,5 Prozent jeweils über fünf Millionen Euro Beitragssumme schafften.

Die Courtageeinnahmen kommen dabei zu knapp 80 Prozent aus Direktversicherungen, gefolgt von Unterstützungskassen (13,4 Prozent). Abgeschlagen sind Direktzusagen (3,0 Prozent), Pensionskassen (1,9 Prozent nach 3,4 Prozent 2017) und Pensionsfonds (wiederum 1,4 Prozent). Knapp 29 Prozent der Maklerfirmen verzeichnete damit 2018 viel bessere bzw. eher bessere Courtageeinnahmen als 2017.

Größte Herausforderung im bAV-Geschäft ist die konsequente Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit der bAV für Arbeitgeber, sagen 73,5 Prozent der befragten unabhängigen Vermittler (und für Arbeitnehmer, meinen 66,5 Prozent). Auch die Beratung von Personalabteilungen zur effizienten bAV-Verwaltung ist ein kritischer Punkt, sagen 58,8 Prozent (Mehrfachnennungen erlaubt). Knapp zwei von drei Befragten favorisieren die bAV als reine Altersvorsorge, während beim Rest die Firmenkunden auch Invaliditäts- und Hinterbliebenenleistungen wünschen.

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Stagnation ist nicht wegzureden

Die Studie nennt aus Maklersicht auch die Top-Anbieter, allerdings nur in zwei der fünf bAV- Durchführungswege. Bei der Direktversicherung ist es unangefochten die Allianz, gefolgt von Canada Life und Alte Leipziger, bei der U-Kasse ebenfalls die Allianz vor Canada Life und Nürnberger. Die Studie kann hier für 2.677,50 Euro inklusive Mehrwertsteuer bezogen werden.

Auf rund 250 Seiten gibt es praktisch gar keine Informationen zur Stagnation der bAV insgesamt, die jedoch unübersehbar ist (procontra berichtete). Insbesondere beim Sozialpartnermodell ist in 18 Monaten bisher kein einziger Tarifvertrag zustande gekommen (procontra berichtete). Klartext sprach dazu Fabian von Löbbecke, Vorstandsvorsitzender von HDI Pensionsmanagement, auf dem HDI-bAV-Expertenforum Anfang Juni in Köln. Nach den Erleichterungen beim bAV-Riester bedürfe es nun der Abschaffung der Doppelverbeitragung für die gesamte bAV (procontra berichtete).

Riester-Förderung in Direktversicherung

Apropos Riester: Seit Jahresbeginn bietet der HDI die verbesserten Tarife „Two Trust Selekt“ und „Two Trust Kompakt“ in der Direktversicherung an, bei denen die Entgeltumwandlung sowohl nach Paragraf 10 a EStG als auch nach Paragraf 3 Nummer 63 EStG in einem einzigen Vertrag förderfähig ist (procontra berichtete).

Bisher ging durch die getrennte Förderung viel Geld verloren. „Für einen Berufsanfänger summierte sich dies konservativ geschätzt bis zum Rentenalter auf über 17.000 Euro“, sagte von Löbbecke. Anders als andere bAV-Produkte seien mit Riester nicht nur alle sozialversicherungs-pflichtig Beschäftigten förderbar, sondern auch „Störfälle“ wie Arbeitslose, Langzeiterkrankte, Beschäftigte in Elternzeit oder Jobwechsler, wo die Verträge häufig nur noch beitragsfrei gestellt werden konnten.

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